Wichtigste Erkenntnisse
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THCP (Tetrahydrocannabiphorol) ist ein seltenes, natürlich vorkommendes Cannabinoid, das erst 2019 von italienischen Forschern entdeckt wurde und in der Cannabispflanze nur in Spurenmengen vorkommt.
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Labordaten zeigen eine etwa 33-mal stärkere Bindung an CB1-Rezeptoren im Vergleich zu THC – diese Zahl bezieht sich jedoch auf Rezeptoraffinität, nicht auf das subjektive Erleben beim Menschen, und ist wissenschaftlich nicht für die reale Wirkung belegt.
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Seit dem 27. Juni 2024 sind in Deutschland Herstellung, Verkauf und Handel von THCP und ähnlichen neuartigen Cannabinoiden wie HHC, Delta 8 THC und Delta 10 THC verboten, während Besitz und Konsum derzeit nicht strafbar sind.
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Es existieren kaum Humanstudien zu Wirkung, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen – die hohe Potenz birgt erhöhte Risiken bei unerfahrener Dosierung.
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Trotz der Risiken könnte THCP ein interessanter Kandidat für zukünftige medizinische Forschung sein, da es möglicherweise bei geringeren Dosen therapeutische Effekte erzielen könnte.
Was ist THCP genau?
THCP, wissenschaftlich als Δ9-Tetrahydrocannabiphorol bezeichnet, ist ein seltenes, natürlich vorkommendes Phytocannabinoid aus Cannabis sativa L. Anders als die bekannteren Cannabinoide wie THC oder CBD blieb diese Substanz lange Zeit unentdeckt – und das aus gutem Grund.
Die Entdeckung von THCP erfolgte erst 2019, als ein italienisches Forscherteam um Citti et al. diese Verbindung in der medizinischen Cannabissorte FM2 isolierte und in der renommierten Fachzeitschrift „Scientific Reports” beschrieb. Dieser Fund war ein Meilenstein in der Cannabisforschung und erweiterte unser Verständnis der chemischen Komplexität der Pflanze erheblich.
Interessanterweise produziert die Cannabispflanze über 150 bekannte Cannabinoide. Darunter finden sich neben THC und CBD auch CBG, CBN, THCV – und eben THCP in minimalen Spuren. Strukturell ist THCP eng mit Δ9-THC verwandt, unterscheidet sich aber durch eine längere Alkylseitenkette. Diese scheinbar kleine Veränderung erklärt seine besondere Potenz.
Der Grund, warum THCP so lange unentdeckt blieb: Es kommt in der Pflanze nur in winzigen Mengen vor – im Mikrogramm-Bereich pro Gramm Blüte. Erst moderne analytische Methoden wie fortgeschrittene Chromatographie machten den Nachweis möglich.

Bedeutung und chemische Eigenschaften von THCP
Die Abkürzung THCP steht für Tetrahydrocannabiphorol. In der wissenschaftlichen Literatur findet man auch die Bezeichnungen Δ9-THCP oder THC-Heptyl. Diese Namen verweisen bereits auf die zentrale chemische Besonderheit dieses Moleküls.
Chemische Identität auf einen Blick
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Eigenschaft |
Details |
|---|---|
|
Vollständiger Name |
Δ9-Tetrahydrocannabiphorol |
|
Summenformel |
C₂₃H₃₄O₂ |
|
CAS-Nummer |
54763-99-4 |
|
Klassifikation |
Homolog von Δ9-THC |
|
Seitenkette |
Heptyl (7 Kohlenstoffatome) |
Der entscheidende strukturelle Unterschied zu klassischem THC liegt in der Kohlenstoffkette: Während THC eine Pentyl-Seitenkette mit 5 Kohlenstoffatomen besitzt, weist THCP eine Heptyl-Seitenkette mit 7 Kohlenstoffatomen auf.
Diese Verlängerung mag minimal erscheinen, hat aber weitreichende Konsequenzen. Bereits kleine Veränderungen in der Struktur können die Bindungsstärke an Cannabinoid-Rezeptoren dramatisch verändern. Die längere Kette erhöht die Fettlöslichkeit und verbessert die „Passform” des Moleküls in der Bindungstasche der Rezeptoren.
Interessanterweise rückt diese Struktur THCP in die Nähe hochpotenter synthetischer Cannabinoide – ohne dass THCP selbst ein klassisches „vollsynthetisches” Legal High ist. Es handelt sich um ein natürlich gebildetes Produkt der Cannabispflanze.
Natürliches Vorkommen und Herstellung von THCP
THCP wurde erstmals in der medizinischen Sorte FM2 nachgewiesen. Die Originalstudie dokumentierte eine Konzentration von etwa 29 Mikrogramm THCP pro Gramm Pflanzenmaterial – eine verschwindend geringe Menge im Vergleich zu THC, das in potenten Cannabissorten 25-30 Prozent erreichen kann.
Natürliche Gehalte in Cannabissorten
Die natürlichen THCP-Gehalte sind in den meisten Sorten extrem niedrig:
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Typische Konzentration: unter 0,1 Prozent
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Nur wenige Chemoprofile wurden systematisch auf THCP untersucht
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Keine natürlichen Sorten mit hohem THCP-Gehalt bekannt
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Sativa-Varianten zeigen möglicherweise leicht erhöhte Spurenwerte
Halbsynthetische Produktion im Labor
Industrielle Produkte mit relevantem THCP-Gehalt stammen praktisch nie aus direkter Pflanzenextraktion. Stattdessen werden sie durch halbsynthetische Umwandlung anderer Cannabinoide hergestellt – vor allem aus CBD oder THC.
Dieser Prozess ähnelt der Herstellung von Delta 8 THC und Delta 10 THC sowie von HHC Vapes:
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Ausgangsmaterial: Hanf-CBD (legal verfügbar)
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Chemische Reaktionen mit Säuren und Lösungsmitteln
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Isomerisierung und Kettenverlängerung
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Aufreinigung des Endprodukts
Bei unseriösen Herstellern besteht ein erhebliches Risiko für Verunreinigungen durch Restlösemittel oder Nebenprodukte. Standard-Labortests für Apothekenware erfassen THCP bisher häufig gar nicht oder nur in Spezialanalysen.

Wie wirkt THCP im Körper?
Um die Wirkung von THCP zu verstehen, ist ein kurzer Blick auf das Endocannabinoid-System (ECS) hilfreich. Dieses körpereigene Signalsystem besteht aus zwei Hauptrezeptortypen:
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CB1-Rezeptoren: Vorwiegend im Gehirn und zentralen Nervensystem – verantwortlich für psychoaktive Effekte
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CB2-Rezeptoren: Hauptsächlich im Immunsystem und peripheren Geweben – beteiligt an Entzündungsreaktionen
THCP bindet – ähnlich wie THC – an beide Rezeptortypen. Der entscheidende Unterschied: Im Tiermodell zeigt THCP eine deutlich höhere Bindungsaffinität.
Ergebnisse aus der Forschung
Die Studie von 2019 lieferte bemerkenswerte Daten:
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Parameter |
THC |
THCP |
Verhältnis |
|---|---|---|---|
|
CB1-Bindungsaffinität |
Basis |
33x höher |
1:33 |
|
CB2-Aktivität |
Moderat |
Deutlich erhöht |
Signifikant |
In Tierversuchen traten typische Cannabinoid-Effekte bei wesentlich geringeren Dosen auf als bei THC:
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Analgesie (Schmerzreduktion)
-
Hypothermie (Temperaturabsenkung)
-
Katalepsie (vorübergehende Bewegungsstarre)
Wichtig: Diese Daten stammen aus Tiermodellen und In-vitro-Experimenten. Sie dürfen nicht 1:1 auf die menschliche Erfahrung übertragen werden.
THCP vs. THC: Struktur und Rezeptorbindung
Der Unterschied zwischen THC und THCP liegt in der Seitenkette – C5 versus C7. Diese Verlängerung beeinflusst sowohl die Fettlöslichkeit als auch die Rezeptorbindung erheblich.
Bei Cannabinoiden gilt: Mit zunehmender Kettenlänge bis etwa C7-C8 steigt die CB1-Affinität an, bevor sie wieder abnimmt. THCP trifft diesen „Sweet Spot” optimal.
In Bindungsstudien erreicht THCP Werte, die in den Bereich potenter synthetischer Referenzliganden wie CP55940 hineinreichen. Eine höhere Affinität bedeutet meistens – aber nicht zwangsläufig – stärkere und länger anhaltende psychoaktive Effekte.
Ist THCP wirklich „33-mal stärker” als THC?
Diese Frage verdient besondere Aufmerksamkeit, da die Zahl 33 in Marketingmaterialien und Artikeln inflationär verwendet wird.
Klarstellung: Die Zahl 33 bezieht sich ausschließlich auf die Bindungsaffinität am CB1-Rezeptor – nicht auf das subjektive High beim Menschen.
Folgende Faktoren entscheiden mit, wie „stark” ein Cannabinoid tatsächlich empfunden wird:
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Pharmakokinetik (Verteilung im Körper, Aufnahme)
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Metabolismus (Abbau, aktive Metaboliten)
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Bioverfügbarkeit (wie viel erreicht das Gehirn?)
-
Individuelle Toleranz und Empfindlichkeit
Es gibt bisher keine kontrollierten Humanstudien, die eine 33-fach stärkere Wirkung belegen. Realistische Einschätzungen sprechen eher von „deutlich potenter, aber unbekannt wie viel stärker”.
Warnhinweis: Diese werbewirksame Zahl wird im Produktmarketing häufig unkritisch verwendet und kann Konsumenten in falscher Sicherheit wiegen.
Chancen und mögliche medizinische Anwendungen
Trotz fehlender klinischer Daten könnte THCP theoretisch interessante Eigenschaften für die Medizin haben. Die Forschung steht hier erst am Anfang, doch einige Hypothesen zeichnen sich ab.
Potenzielle Vorteile
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Verbesserte Analgesie: Die Tierdaten deuten auf Schmerzreduktion bei geringeren Dosen im Vergleich zu THC hin – möglicherweise relevant für Patienten, die hohe THC-Dosen benötigen.
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Erklärung von Wirkungsunterschieden: THCP könnte helfen zu verstehen, warum verschiedene Blüten mit ähnlichem THC-Gehalt unterschiedlich wirken – und so präzisere Sortenprofile ermöglichen.
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Konsistentere Wirkstärken: Ein definierter THCP-Gehalt in medizinischen Produkten könnte theoretisch für vorhersagbarere therapeutische Effekte sorgen.
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Niedrigere Dosierungen: Bei Erkrankungen, die gegenüber Standard-Cannabinoiden resistent sind, könnte THCP eine Alternative darstellen.
Stand Anfang 2026: Es gibt keine zugelassenen Arzneimittel, die gezielt THCP als Wirkstoff nutzen. Die Forschung zu therapeutischen Anwendungen ist noch in einem sehr frühen Stadium.
Risiken, Nebenwirkungen und offene Fragen
Die potenziell hohe Potenz von THCP bedeutet auch ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Effekte – insbesondere bei unerfahrener Dosierung.
Kurzfristige Nebenwirkungen
Aus der THC-Erfahrung lassen sich folgende Nebenwirkungen ableiten, die bei THCP stärker oder länger ausfallen könnten:
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Angst und Panikattacken
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Paranoia
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Starke Sedierung
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Schwindel und Orientierungslosigkeit
-
Blutdruckabfall
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Beeinträchtigung von Reaktion und Koordination
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Erhöhte Herzfrequenz
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Trockener Mund und gerötete Augen
Theoretisch schwerere Risiken
Aufgrund der höheren Rezeptoraktivität sind theoretisch schwerere Nebenwirkungen denkbar:
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Kreislaufprobleme
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Psychotische Episoden bei prädisponierten Personen
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Verlängerte Beeinträchtigung
-
Intensivere Übelkeit
Offene Fragen
Zu vielen Aspekten liegen praktisch keine belastbaren Daten vor:
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Bereich |
Status |
|---|---|
|
Langzeitfolgen |
Unbekannt |
|
Toleranzentwicklung |
Nicht untersucht |
|
Abhängigkeitsrisiko |
Unklar |
|
Wechselwirkungen mit Medikamenten |
Nicht erforscht |
|
Risiken für Jugendliche/Schwangere |
Keine Daten |
|
Dosis-Wirkungs-Beziehung beim Menschen |
Nicht etabliert |
Vollagonist oder partieller Agonist? Was das für Risiken bedeutet
Diese Unterscheidung ist zentral für das Verständnis des Risikoprofils:
Partieller Agonist (z.B. THC):
-
Wirkung steigt bis zu einem gewissen Plateau
-
Danach kaum stärkerer Effekt („Ceiling-Effekt”)
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Eingebauter Schutz vor Überdosierung
Vollagonist (z.B. einige synthetische Cannabinoide wie AM2389, CP55940):
-
Kann den Rezeptor maximal aktivieren
-
Kein natürliches Plateau
-
Höheres Überdosierungsrisiko
-
Schwere Vergiftungen möglich
Labordaten deuten darauf hin, dass THCP sich eher wie ein sehr potenter Agonist verhält, möglicherweise ähnlich einem Vollagonisten. Eine endgültige Klassifikation steht noch aus.
Warnung: Vollagonisten im Bereich der „Legal Highs” wurden mit schweren Vergiftungen, Krampfanfällen, Psychosen und sogar Todesfällen in Verbindung gebracht. THCP sollte daher nicht verharmlost werden.
Rechtslage von THCP (Stand: Deutschland und EU)
Seit dem 27. Juni 2024 sind in Deutschland Herstellung, Inverkehrbringen und Handel bestimmter „neuartiger psychoaktiver Cannabinoide” verboten. Zu diesen Substanzen gehören:
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THCP
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HHC (Hexahydrocannabinol)
-
Delta 8 THC
-
Delta 10 THC
-
THC-O
Rechtliche Grundlagen
Das Verbot wurde über spezielle Regulierungen umgesetzt, darunter Anpassungen im Rahmen des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) und entsprechender Verordnungen. Der Fokus liegt auf dem freien Verkauf und Handel.
Was ist erlaubt, was nicht?
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Handlung |
Rechtsstatus |
|---|---|
|
Herstellung |
Verboten |
|
Verkauf |
Verboten |
|
Handel |
Verboten |
|
Besitz |
Derzeit nicht strafbar |
|
Konsum |
Derzeit nicht strafbar |
|
Import |
Grauzone, Beschlagnahmerisiko |
Produkte können von Behörden beschlagnahmt und vernichtet werden, auch wenn der reine Besitz nicht bestraft wird.
Situation in anderen EU-Ländern
In anderen EU-Ländern gelten teils ähnliche, teils abweichende Regeln. Die Situation entwickelt sich dynamisch. Konsumenten sollten stets die aktuellen nationalen Gesetze prüfen.
Online-Shops mit Sitz im Ausland operieren häufig in einer rechtlichen Grauzone. Bestellungen nach Deutschland sind mit Zoll- und Beschlagnahmerisiken verbunden.
Nachweisbarkeit von THCP in Drogentests
Gängige Urin-Schnelltests und Labortests reagieren auf THC-COOH und verwandte Metaboliten – nicht auf einzelne Cannabinoidnamen.
Wichtige Punkte:
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THCP ist strukturell THC so ähnlich, dass beim Abbau THC-ähnliche Metaboliten entstehen
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Drogentests fallen mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv aus
-
Keine routinemäßigen Standardtests unterscheiden spezifisch zwischen THC und THCP
-
Ein THC-positiver Befund kann rechtliche Konsequenzen haben (Führerschein, Arbeitsplatzkontrollen)
THCP-Produkte auf dem Markt: Formen, Qualität und Vorsicht
Bis zum Verbot 2024 hatten sich verschiedene Produktkategorien im deutschen Markt etabliert. Ein Blick auf diese Produkte hilft, die Qualitätsprobleme im Bereich neuartiger Cannabinoide zu verstehen.
Produktformen
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Kategorie |
Beschreibung |
|---|---|
|
Vapes & Liquids |
Kartuschen für E-Zigaretten |
|
Edibles |
Gummibärchen, Kekse, Schokolade |
|
Konzentrate |
Dabs, Wax, Shatter |
|
„Angereicherte” Blüten |
Mit THCP besprühte Hanfblüten |
|
Tinkturen |
Öle zur sublingualen Einnahme |
Die Wahrheit über „THCP-Blüten”
Sogenannte THCP-Blüten sind in der Regel keine natürlich hoch THCP-haltigen Sorten. Es handelt sich um herkömmliche Hanf- oder CBD-Blüten, die nachträglich mit THCP-Extrakten besprüht oder versetzt wurden.
Werbeaussagen wie „50 % THCP” auf Blüten oder Vapes sollten kritisch betrachtet werden. Derart hohe Gehalte sind pharmakologisch und technisch fragwürdig.
Qualitätsprobleme
Mangels Regulierung vor dem Verbot waren häufig Produkte mit problematischen Eigenschaften im Umlauf:
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Unklarer Inhalt und falsche Deklaration
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Restlösemittel aus der Herstellung
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Unbekannte Nebenprodukte
-
Fehlende oder gefälschte Laborzertifikate
-
Stark schwankende THCP-Konzentrationen

Empfehlungen zur Vorsicht
Angesichts der aktuellen Rechtslage und Wissenslücken sollten Interessierte besonders zurückhaltend sein:
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Bei historischen oder ausländischen Angeboten auf Laborzertifikate (COAs) achten
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Seriöse Analytik mit nachvollziehbaren Testergebnissen verlangen
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Extrem niedrige Preis als Warnsignal für minderwertige Qualität verstehen
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Die Verfügbarkeit fragwürdiger Produkte nicht mit Sicherheit verwechseln
Fazit: Ein hochpotentes Cannabinoid mit vielen Fragezeichen
THCP ist ein natürlich vorkommendes, 2019 entdecktes Cannabinoid, das THC strukturell ähnelt, aber deutlich stärker an CB1- und CB2-Rezeptoren bindet. Die Entdeckung erweitert unser Verständnis der chemischen Komplexität von Cannabis erheblich.
Die beliebte Aussage „33-mal stärker als THC” ist stark verkürzt. Diese Zahl bezieht sich auf Labormessungen der Rezeptoraffinität – für die reale Wirkung beim Menschen ist sie wissenschaftlich nicht abgesichert.
Das Risikoprofil von THCP ergibt sich aus mehreren Faktoren:
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Fehlende klinische Daten am Menschen
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Mögliche Vollagonisten-Eigenschaften
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Produktbezogene Qualitätsprobleme bei illegalen Angeboten
Die aktuelle deutsche Rechtslage verbietet THCP-Produkte im Handel und schränkt damit den Freizeitmarkt stark ein. Wissenschaftliche Forschung bleibt weiterhin möglich.
THCP zeigt, wie komplex Cannabis wirklich ist. Zukünftige Studien müssen klären, ob und wie sich diese Substanz sicher und medizinisch sinnvoll nutzen lässt. Bis dahin ist bei jeglicher Nutzung äußerste Vorsicht geboten.
FAQ zu THCP
Ist THCP ein natürliches oder ein synthetisches Cannabinoid?
THCP ist ein natürlich von der Cannabispflanze gebildetes Phytocannabinoid, das jedoch nur in winzigen Spuren vorkommt. Kommerzielle Produkte basierten meist auf halbsynthetischer Herstellung aus CBD oder THC, da eine direkte Extraktion wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Das Molekül selbst ist also chemisch natürlichen Ursprungs, während die Produktionswege vieler Produkte synthetische Schritte umfassen.
Kommt in jeder Cannabissorte THCP vor?
THCP wurde bislang nur in wenigen Sorten wie der italienischen FM2 eindeutig nachgewiesen. Es wird vermutet, dass THCP in vielen Cannabispflanzen vorkommt, allerdings in extrem niedrigen Konzentrationen unterhalb der üblichen Nachweisgrenze. Da Standardanalysen selten gezielt auf THCP prüfen, ist die tatsächliche Verbreitung in verschiedenen Cannabissorten wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Kann man mit THCP ein „milderes High” erreichen, wenn man einfach weniger nimmt?
Theoretisch könnten niedrigere Dosierungen zu milderen Effekten führen. Allerdings erhöht die hohe Potenz von THCP in Kombination mit fehlenden Erfahrungswerten das Risiko von Fehldosierungen erheblich. Bereits sehr kleine Mengen können zu überraschend starken Wirkungen führen. Für eine sichere Dosierung wären klinische Daten und standardisierte Produkte erforderlich, die derzeit nicht existieren.
Gibt es bereits Medikamente, die gezielt THCP enthalten?
Nein, Stand Anfang 2026 gibt es keine zugelassenen Arzneimittel, die THCP als definierte Wirkstoffkomponente enthalten. Medizinische Cannabisblüten können eventuell minimale THCP-Spuren aufweisen, diese werden jedoch nicht gezielt ausgewiesen oder genutzt. Die therapeutische Anwendung von THCP bleibt ein Gebiet zukünftiger Forschung ohne aktuelle praktische Relevanz im Arzneimittelbereich.
Ist THCP für Einsteiger im Cannabiskonsum geeignet?
Davon ist dringend abzuraten. Die unklare Dosis-Wirkungs-Beziehung, die hohe Potenz und fehlende Sicherheitsdaten machen THCP besonders riskant für unerfahrene Konsumenten und sensible Personen. Das Risiko für unangenehme oder potenziell gefährliche Erlebnisse wie starke Angst, Paranoia oder Kreislaufprobleme ist deutlich erhöht. Wer Cannabis aus medizinischen Gründen nutzen möchte, sollte ausschließlich unter ärztlicher Begleitung mit regulären, zugelassenen Präparaten arbeiten.


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